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Die Normen EN 1317, AASHTO M180 und AS/NZS im Überblick

Leitplanken für Autobahnen sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Verkehrssicherheitsinfrastruktur. Sie dienen dazu, Fahrzeuge umzuleiten, die Schwere von Unfällen durch Abkommen von der Fahrbahn zu mindern und die Verkehrsteilnehmer vor Gefahren am Straßenrand wie steilen Hängen, festen Hindernissen, Brücken und Gegenverkehr zu schützen.

Allerdings werden nicht alle Leitplanken nach denselben Anforderungen hergestellt oder geprüft. In verschiedenen Märkten kommen unterschiedliche Normen und Prüfsysteme zum Einsatz, um festzustellen, ob eine Leitplanke für einen bestimmten Einsatzzweck geeignet ist.

Zu den am häufigsten zitierten Normen gehört in Europa die EN 1317, AASHTO M180 in den Vereinigten Staaten sowie die AS/NZS-Normen in Australien und Neuseeland.

EN 1317: Europäische Norm für Straßenrückhaltesysteme

EN 1317: Europäische Norm für Straßenrückhaltesysteme

EN 1317 ist die europäische Normenreihe für Straßenrückhaltesysteme. Sie bietet einen Rahmen für die Bewertung und Klassifizierung von Straßenrandschutzvorrichtungen, Fahrzeugleitplanken, Endelementen, Übergängen und anderen Rückhaltesystemen.

Im Gegensatz zu einer Werkstoffspezifikation, die sich in erster Linie auf die Stahlzusammensetzung oder die Abmessungen konzentriert, legt die Norm EN 1317 großen Wert auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Rückhaltesystems unter Aufprallbedingungen.

Was umfasst die Norm EN 1317?

Die Normenreihe EN 1317 befasst sich mit verschiedenen Aspekten von Straßenrückhaltesystemen, darunter:

  • Fahrzeug-Rückhaltesysteme
  • Eindämmungsleistung
  • Schweregrad der Auswirkung
  • Arbeitsbreite
  • Eindringen in ein Fahrzeug
  • Crashtests
  • Terminals
  • Übergänge
  • Leistungsklassifizierung

Ein wesentliches Merkmal des Ansatzes der Norm EN 1317 besteht darin, dass Schutzvorrichtungen anhand ihrer geprüften Leistungsmerkmale klassifiziert werden und nicht lediglich anhand ihrer physikalischen Abmessungen beschrieben werden.

EN 1317 – Rückhalteklassen

Straßenleitplanken, die gemäß EN 1317 geprüft wurden, lassen sich je nach ihrer Leistung bei Crashtests in verschiedene Rückhalteklassen einteilen.

Zu den gängigen Klassifizierungen gehören:

  • N1
  • N2
  • H1
  • H2
  • H3
  • H4a
  • H4b

Die angemessene Sicherheitsstufe hängt von Faktoren wie der Straßenführung, den Verkehrsbedingungen, den Fahrzeugtypen, Gefahren am Straßenrand und den Folgen eines Abkommens vom Fahrbahnbereich ab.

So kann beispielsweise eine Leitplanke, die in erster Linie für Personenkraftwagen konzipiert ist, möglicherweise nicht die gleiche Rückhaltewirkung bieten, wie sie dort erforderlich ist, wo schwere Nutzfahrzeuge häufig unterwegs sind.

Arbeitsbreite

Ein weiterer wichtiger Parameter der Norm EN 1317 ist die Arbeitsbreite.

Die Arbeitsbreite bezeichnet den maximalen seitlichen Abstand, den ein Leitplankensystem bei einem Aufprall einnimmt, einschließlich der dynamischen Bewegung der Leitplanke.

Dies ist besonders wichtig, wenn sich unmittelbar hinter der Leitplanke feste Gegenstände, steile Hänge, Bauwerke oder andere Gefahrenquellen befinden.

Daher reicht es nicht aus, eine Autobahnleitplanke allein anhand ihrer Rückhalteklasse auszuwählen. Ingenieure sollten auch die Arbeitsbreite und andere geprüfte Leistungsmerkmale berücksichtigen.

AASHTO M180: Stahlbauteile für Leitplanken an Autobahnen

AASHTO M180: Stahlbauteile für Leitplanken an Autobahnen

In den Vereinigten Staaten und auf vielen internationalen Märkten, die von den US-amerikanischen Straßenbaunormen beeinflusst werden, ist AASHTO M180 eine wichtige Norm für Leitplankenkomponenten.

Die aktuelle AASHTO-Spezifikation M180 trägt den Titel “Standard-Spezifikation für Stahlbauteile für Leitplanken im Straßenbau”. Sie gilt für Stahlbauteile, die in nicht markengebundenen Leitplankensystemen für den Straßenbau verwendet werden, darunter Leitplankenbalken, Übergänge, Endabschnitte, Befestigungselemente, Beiträge, sowie Verankerungskomponenten.

Diese Unterscheidung ist wichtig:

AASHTO M180 ist in erster Linie eine Spezifikation für Werkstoffe und Bauteile, während die Anforderungen an das Crashverhalten im Rahmen separater Prüfverfahren für Sicherheitskomponenten behandelt werden.

Was regelt die Norm AASHTO M180?

Je nach geltender Ausgabe und Komponente behandelt die Norm AASHTO M180 unter anderem folgende Punkte:

  • Leitplankenbalken aus Wellblech
  • W-Träger-Geländer
  • Übergangsträger
  • Endstücke
  • Pufferabschnitte
  • Anschlussklemmen
  • Stützplatten
  • Stahlpfosten
  • Schrauben, Muttern, und Unterlegscheiben
  • Drahtseile und Beschläge
  • Schutzbeschichtungen
  • Anforderungen an Material und Fertigung

Die Spezifikation befasst sich außerdem mit verschiedenen Arten des Korrosionsschutzes sowie mit Anforderungen hinsichtlich Beschichtung, Lagerung und Handhabung.

Warum ist AASHTO M180 wichtig?

Eine Leitplanke muss ihre statischen Eigenschaften auch unter anspruchsvollen Außenbedingungen beibehalten. Leitplanken sind folgenden Einflüssen ausgesetzt:

  • Regen
  • Luftfeuchtigkeit
  • Streusalz
  • Temperaturschwankungen
  • UV-Belastung
  • Unfälle mit Fahrzeugen
  • Bau- und Instandhaltungsarbeiten

AASHTO M180 trägt dazu bei, einheitliche Anforderungen an die Stahlbauteile festzulegen, die in Leitplankensystemen für Autobahnen zum Einsatz kommen.

AS/NZS-Normen für Leitplanken an Autobahnen

AS/NZS-Normen für Leitplanken an Autobahnen

Australien und Neuseeland verwenden ein eigenes Rahmenwerk für Straßenleitplanken, das sich auf die Normenreihe AS/NZS 3845 stützt.

Die Norm AS/NZS 3845 befasst sich mit Verkehrssicherheitsbarrieren und -vorrichtungen und deckt Bereiche wie Systemanforderungen, Crashtests, Installation, Wartung und Bewertung ab. Austroads weist darauf hin, dass die Norm AS/NZS 3845 bei der Bewertung von Verkehrssicherheitsausrüstung für den australasiatischen Markt in Verbindung mit dem „Manual for Assessing Safety Hardware“ (MASH) der AASHTO verwendet wird.

Der derzeitige Rahmen umfasst:

  • AS/NZS 3845.1:2015 – Leitplankensysteme
  • AS/NZS 3845.2:2017 – Verkehrssicherheitsvorrichtungen

Diese Normen haben Teile des früheren Rahmens AS/NZS 3845:1999 abgelöst.

AS/NZS 3845 und Crashtests

Die Norm AS/NZS 3845 legt Anforderungen an Straßenleitplankensysteme fest und enthält Anforderungen an Crashtests, anhand derer die Eignung eines Systems festgestellt wird.

Das bedeutet, dass sich die Bewertung auf die Leistungsfähigkeit des Leitplankensystems konzentriert und nicht lediglich darauf, ob eine bestimmte W-Leitplanke die richtigen Abmessungen aufweist.

Bei Projekten in Australien und Neuseeland müssen Ingenieure und Bauunternehmer unter Umständen auch die Anforderungen der örtlichen Straßenbaubehörden sowie die Listen der zugelassenen Produkte berücksichtigen.

So schreiben beispielsweise die Spezifikationen für Straßenleitplanken von Waka Kotahi in Neuseeland vor, dass für den Einsatz auf Staatsstraßen zugelassene Sicherheitssysteme verwendet werden müssen, wobei sich die entsprechenden Rahmenvorschriften auf AS/NZS 3845 und MASH beziehen.

EN 1317 im Vergleich zu AASHTO M180 im Vergleich zu AS/NZS 3845

Obwohl diese Normen im Zusammenhang mit Leitplanken an Autobahnen oft gemeinsam erwähnt werden, dienen sie nicht genau demselben Zweck.

StandardHauptmarktSchwerpunktTypische Anwendung
EN 1317Europa und Märkte, die europäische Standards anwendenLeistung und Klassifizierung von StraßenrückhaltesystemenIn Crashtests geprüfte Fahrzeugrückhaltesysteme
AASHTO M180Projekte in den Vereinigten Staaten und auf internationaler Ebene unter Verwendung der AASHTO-SpezifikationenBauteile und Werkstoffe für StahlleitplankenW-Träger, Stützen, Befestigungselemente und zugehörige Bauteile
AS/NZS 3845Australien und NeuseelandVerkehrssicherheitsbarrieren und -vorrichtungenEntwurf, Bewertung, Prüfung und Einbau von Absperranlagen

Warum Crashtests für Leitplanken an Autobahnen wichtig sind

Eine Leitplanke ist ein Sicherheitssystem und nicht nur ein Stahlprodukt.

Bei einem Fahrzeugaufprall muss die Leitplanke die Energie kontrolliert aufnehmen und umleiten. Dabei kann es zu Verformungen des Systems kommen, Pfosten können sich verdrehen oder aus dem Boden gerissen werden, und die Leitplanke kann sich seitlich auslenken.

Eine wirksame Barriere sollte dazu beitragen, zu verhindern, dass das Fahrzeug:

  • Verlassen der Fahrbahn
  • Die Schranke passieren
  • Über die Barriere springen
  • Die Barriere durchbrechen
  • Unsicheres Wiedereinfädeln in den Verkehrsfluss
  • Ein übermäßiges Risiko für die Fahrzeuginsassen verursachen

Schlussfolgerung

EN 1317, AASHTO M180 und AS/NZS 3845 sind wichtige Normen für Leitplanken im Straßenbau, wobei sich jede auf unterschiedliche Anforderungen konzentriert. Bei der Auswahl einer Leitplanke sollten Sie die geltende Norm, die Crash-Leistung, die Materialspezifikationen und die Montageanforderungen berücksichtigen, um ein sicheres und normkonformes Leitplankensystem zu gewährleisten.

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